Cort G 110 BK Stratocaster Kopie

 

„Ach, schon wieder eine schnöde Stratocaster Kopie“ könnte man meinen, wenn der erste Blick auf die Cort G 110 BK für 179,- Euro fällt. Aber weit gefehlt! Denn erstens ist der Kaufpreis seit dem Price Rangers Test leider auf 195,- Euro gestiegen und zweites haben wir hier nicht nur einfach eine Kopie einer Fender Stratocaster in schwarz auf der grünen Couch.
Der zweite Blick sollte nämlich über den Lindenkorpus oder besser gesagt dessen Shaping gleiten. Hier fällt dem Kenner (und Ihr seid doch Kenner!) sofort auf, dass es eben kein Stratocaster-Body ist, der sich an Euren wohlgeformten Körper schmiegt. Die klassische Form wurde sanft aber effektiv modifiziert und wirkt vertraut und frisch gleichermaßen. Hier wurde nicht versucht, sich so nah wie möglich ans Original zu tasten, sondern durchaus Eigenständiges geschaffen. Gleiches gilt für die Kopfplatte des Ahornhalses, die eine optisch gefällige Form aufweist. Wer schwarz nicht mag… hat Pech gehabt. Nein, in 2-Tone Sunburst wäre diese Gitarre ebenfalls erhältlich.
Für Ranger Michi wäre an dieser Stelle fast schon Schluss – der Preis passt super, die Optik auch und klanglich werden wir uns schon einig; Zerrer drüber, alles gut.
Aber Ranger Paul hat auch ein entscheidendes Wörtchen mitzureden und überprüft die Cort G 110 BK auf Herz und Nieren – pardon: Auf Singlecoils und Humbucker.

Von erstgenannten gibt es zwei Stück in der Mitten- und Halsposition, der doppelspulige Tonabnehmer befindet sich an der Brücke und sollte ordentlich Druck machen. Angewählt werden die Tonabnehmer in verschiedenen Kombinationen (Brücke, Brücke+Mitte, Mitte+Hals, Hals) via 5-weg Schalter, zusätzlich gibt’s einen Mastervolumeregler und 2 Tonblenden). Für leichtes Schimmern der Töne sorgt ein Vintage 6-point Tremolo – konstruktionsbedingt sollte man von Divebombs eher Abstand nehmen, um unsere Cort G 110 BK nicht übermäßig zu verstimmen.

Klanglich müsst Ihr nun in unser Video hineinhören, um Euch einen eigenen Eindruck verschaffen zu können. Wir finden jedoch, dass die Cort G 110 BK sowohl im Clean- als auch im Crunchbereich 5 eigenständige Sounds abliefert, die sich durchaus dem großen Vorbild von Fender annähern. Auffällig ist hierbei ein Lautstärkeunterschied bei Wahl des Humbuckers, der vielleicht mittels der Einstellschrauben etwas tiefergelegt werden sollte. Hat man schon mal das Werkzeug zur Hand, dürfen gerne auch die Mechaniken fixiert werden und die Intonation sauber eingestellt. Beides ist ab Werk leider nicht der Fall.

Zeit kostet Geld. Am Geld wurde angesichts des Kaufpreises offenbar gut gespart, etwas Zeit zur Mängelkorrektur müsst Ihr nun selbst investieren. Zum Glück sind das aber nur wenige und zudem leichte Handgriffe. Wichtig ist, dass z.B. der Body sauber lackiert ist und die Bundbearbeitung am Palisandergriffbrett total in Ordnung geht – hier wäre ein Nacharbeiten nur schwer und mit Spezialwerkzeug möglich.

Ergebnis? Was ist aus Ständer und golden? Na klar, der Goldständer!

 

Jetzt will ich aber auch eine G 110! (Affiliatelink)

Cort G 110 Cort G 110 Cort G 110

Jack & Danny TL Thinline (Telecaster Kopie)

 

In dieser Folge testen die Price Rangers für Euch eine Jack & Danny TL Thinline für 149,- Euro. Hierbei handelt es sich um eine Kopie einer Fender Telecaster der musicstore Hausmarke, die seit unserem Test leider 10,- Euro teurer geworden ist.

Erlenbody, angeschraubter einteiliger (!) Ahornhals mit V-Profil (mehr dazu im Clip) und aufgeleimtes Palisandergriffbrett – aus diesen Holzkomponenten wurde die Gitarre in China gefertigt, bevor sie in Butterscotch Blonde lackiert wurde. Der Begriff bezeichnet übrigens eine Süßware, die im wesentlichen aus braunem Zucker und Butter besteht. Nun gut!
Jedenfalls fand diese sechssaitige Süßigkeit also ihren Weg über Köln zu uns auf die grüne Couch. Klassisch ausgestattet kommt die Jack & Danny TL Thinline mit zwei Alnico TL Singelcoil-Tonabnehmern des Wegs, zwischen welchen man sich mittels 3-Weg-Schalter entscheiden kann. Wozu dann die dritte Schaltposition fragt Ihr Euch? Na klar, man kann die beiden auch kombinieren! Geregelt werden die Pickups über Volume- und Tonepotis. Jeder nur einmal? Jawoll, hier wird geteilt.
Bei der Brückenkonstruktion ist  – leider – auch alles ganz traditionell gefertigt. So teilen sich im sog. Ashtray jeweils zwei Saiten einen Saitenraiter (man spricht auch von „Doppelsaitenreitern“).
Der Nachteil hierbeit ist, dass sich die Intonation, also die Oktavreinheit der Gitarre nur paarweise einstellen lässt. Präzision sieht also anders aus – aber hören wir mal rein!
Clean klingt das Ganze schon durchaus hübsch, auch wenn der Bridgepickup hier bereits etwas schrill zu Werke geht und sich fast eine Drosselung durch die Toneblende wünscht.
Ziemlich authentisch lässt sich die Jack & Danny TL Thinline Twang-Klänge entlocken.
Mit etwas Verzerrung jedoch hört man schnell die nicht präzise justierte und auch nicht ganz exakt einstellbare Intonation: Hin und wieder klingt diese Telecaster Kopie einfach schief. Weiterhin sind leider alle Mechaniken locker, so dass gerade Ranger Paul fast so verstimmt war wie die immer wieder krumme H-Saite. So ein Mangel lässt sich zwar kinderleicht beheben (Schrauben festziehen), lästig ist er dennoch.

Mit einem Übermaß Verzerrung kann die Jack & Danny TL Thinline nicht besonders gut umgehen (einfach selbst nachhören): Aus Metal wird eher Distortionbrei als Breitseite.
Abhilfe könnte hier ein Equalizerpedal (z.B. ein Behringer EQ 700, Boss GE-7, (affiliate)) zur Korrektur von Einzelfrequenzen schaffen.
Der Thinline-Effekt beschränkt sich übrigens auf eine raffinierte Optik und eine Gewichtsreduktion: Von den resonanten Eigenschaften einer Semi-Hollow-Konstruktion konnten Eure Ranger akustisch sehr wenig wahrnehmen.

Fazit? Die Jack & Danny TL Thinline bringt ja schon ein paar Mängel mit… reicht das noch für einen Goldständer oder wird sie kaltblütig eingetonnt? Clip anschauen, rausfinden!

Jack & Danny TL Thinline

Jack & Danny TL Thinline

Jack & Danny TL Thinline

Jack & Danny TL Thinline

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Squier Affinity Stratocaster SSS by Fender

Eine Squier Affinity Stratocaster in Slick Silver mit S-S-S Tonabnehmerbestückung!
Also lispeln dürfen eure Price Ranger hier auf keinen Fall – selbst für Jimi Hendrix wäre diese Gitarre ein Zungenbrecher!
Für läppische 189 Euro bekamt Ihr zum Testzeitpunkt von Squier einen silbern umhüllten Erlenbody mitsamt per Schraubverbindung befestigtem Ahornhals nebst Palisandergriffbrett. Crafted in China. Mittlerweile müsst Ihr schon 212 Euro auf den Tisch legen, um euch die Gitarristenzukunft versilbern zu lassen.

Elektrisch kommt diese Squier Stratocaster ganz klassisch bestückt zu uns auf die grüne Couch: Drei einspulige Tonabnehmer, die per 5-way Schalter kombinierbar sind. Dazu servieren wir nach Art des Hauses Fender zwei Tonecontrols und einen Lautstärkeregler. Einzeln müsst Ihr die Saiten selber benden, für alle sechs auf einen Streich könnt Ihr das Vintage 6-point Tremolo benutzen.
Ganz verstimmungsfrei arbeitet diese Art Vibrato (Link: Wikipedia) konstruktionsbedingt nicht, für einen silbernen Schimmer zu den Tönen ist es aber allemal gut genug.

Gut genug ist Euren Price Rangers natürlich zu wenig. Wer in den Goldständer will, muss sich ins Zeug legen. Unsere Squier Affinity Stratocaster tut das! Mit fünf klassisch-unterschiedlichen Sounds schmiegt sie sich schon nahe an die vom Original gesetzte Messlatte. Zudem sind die Tonabnehmer schön ausbalanciert, so dass zwischen den Schalterstellungen keine erheblichen Lautstärkeunterschiede auftreten. Einzig am Bridgepickup haben wir zu bemängeln, dass er wenig Druck von unten mitbringt und sowohl clean als auch crunchy gespielt arg höhenlastig loslegt.
Ach so! Metal kann die Squier Affinity Stratocaster zu Ranger Michis Leidwesen nicht – dafür hat Ranger Paul nix an der Saitenlage zu beanstanden. Und so was lässt nur ein sehr gütiger Zufall zu.
Die Verarbeitung ist von einer nahezu unsichtbaren Lackmacke am Halsfuß tadellos und somit lautet unser einstimmiges Prüfergebnis… ach, schaut’s Euch einfach an.

Ich will auch eine Squier Affinity Stratocaster (affiliate) mein eigen nennen:

In Silber
In Orange
In Rot

Squier Affinity Stratocaster Squier Affinity Stratocaster

Yamaha C40 M Nylonstring Konzertgitarre

Die Yamaha C40 M für 130,- Euro ist doch tatsächlich die erste Klassikgitarre, die Eure Price Ranger näher unter die Lupe nehmen! Gerade dieses Instrument gilt bereits seit Jahrzehnten als Empfehlung für Einsteiger und Fortgeschrittene. Wie schon in vielen unserer Tests unter Beweis gestellt muss ein schmaler Geldbeutel nicht mit einem qualitativ minderwertigen Instrument gleichgesetzt werden. So sind Boden und Zargen dieser Konzertgitarre aus dem mahagoniähnlichen Meranti geschnitzt, die Decke aus Fichte, der Hals aus Natoholz und das Griffbrett aus Palisander. Bespannt ist die Yamaha C40 mit drei Stahl- und drei Nylonsaiten.

Haptisch attraktiv kommt unsere Testkandidatin in mattem Naturfinish auf die Couch, sie ist jedoch auch mit Hochglanzlack versehen in transparent oder schwarz erhältlich. Ihr habt die Wahl! Die Optik ist im Übrigen schlicht gehalten: Auf zeit- und damit kostenaufwändige Hals- oder Korpusbindings wurde hier verzichtet. Ebenso ist das Griffbrett lediglich an den Flanken markiert, der bespielbare Bereich hingegen muss ohne Verzierungen auskommen. Apropos bespielbarer Bereich! Bei einer Sattelbreite von 52 mm kommt den Price Rangers gerade in den tiefen Lagen das Griffbrett richtig breit vor.Zudem ist es nahezu plan und die Saitenlage ist ganz schön hoch. Dies bekommen wir vor allem in den hohen Lagen zu spüren, in der sich auch Intonationsungenauigkeiten der H und hohen E Saite bemerkbar machen.

Bitte beachtet an dieser Stelle unbedingt, dass Ihr zur Gitarre passen müsst und nicht die Yamaha C40 zu euch. Saitenlage und Intonation sind hier nämlich im Gegensatz zur elektrischen Gitarre nicht (ohne Gitarrenbauer) auf die persönlichen Bedürfnisse des Spielers einstellbar.

So verfügt der Hals dieser Klassikgitarre über keinen Halsspannstab („Trussrod“), über welchen die Halskrümmung variiert werden könnte und auch der Steg ist nicht justierbar. Diese Punkte können jedoch nicht als Mängel am Instrument gewertet werden sondern als konstruktionsbedingte Eigenheiten, die Ihr dennoch berücksichtigen müsst.

Abgesehen von der nicht ganz präzisen Intonation weist unsere Yamaha C40 keine Verarbeitungsmängel auf. Die verbauten offenen Mechaniken machen einen robusten und qualitativ hochwertigen Eindruck und halten die Stimmung der Saiten – und folglich auch der Price Ranger. Wie Ihr unserem Video sicherlich entnehmen könnt, punktet die Gitarre gerade beim Picking und liefert klare und volle Töne. Beim Strumming verschwimmt der Einzelklang der Saiten und deren niedrige Spannung erzeugt ein wahrnehmbares Anschlagsgeräusch. Gerade bei akustischen Gitarren empfiehlt sich auch ein Experimentieren mit höherwertigen Saiten, um ggf. noch mehr Brillianz erzielen zu können. Hier lässt der sehr vertretbare Kaufpreis auch durchaus noch Spielraum zu!

Unter’m Strich bleibt unsererseits die klare Empfehlung: Macht es uns nach! Testet die Yamaha C40, findet heraus, ob Ihr zu dieser Konzertgitarre passt und betrachtet Aspekte wie die hohe Saitenlage vielleicht einfach als Challenge.

Leider ist die Gitarre bei unserem Affiliate-Partner thomann.de gerade nicht in Matt erhältlich, jedoch gibt es sogar noch billigere Alternativen!

129,- Euro in Hochglanz und 124,- Euro in Schwarz

Yamaha C40 yamaha-c40-back yamaha-c40-front

Jack & Danny TL Natural (Telecaster Kopie)

Mit Qualitätszertifikat kommen die vier Holzstücke zu den Price Rangers, aus denen die Jack & Danny TL Natural gezimmert wurde. Zweimal Erle für den Body und zweimal Ahorn für den Hals – das Ganze zum Testzeitpunkt für schlappe 99,- Euro.
Zwischenzeitlich hat diese Fender Telecaster Kopie vom musicstore in Köln die drei Digits geknackt: 102,50 Euro müsst Ihr momentan für die TL investieren. Also einfach am Wochenende zwei Fuffies weniger durch den Club schmeißen und alles könnte im grünen Bereich sein.
Die Stimmung Eurer Price Ranger ist jedoch leider keineswegs so grün wie die Hoffnungen, die das Qualitätszertifikat geweckt hat. Scharfkantige Bundenden, schwergängige Potis, verrostete Hardware, eine Mechanik auf richtig schiefer Bahn – fehlen eigentlich nur noch ein paar charakterschwache Sounds, um uns zusätzlich zur schlampigen Verarbeitung teilweise minderwertiger Bauteile noch weiter unglücklich zu machen.

Hierzu bringt die Jack & Danny TL zwei Single Coil Tonabnehmer in Neck- und Bridgeposition mit, ein Volume- und ein Tonepoti sowie einen Dreiwegschalter zum ansteuern der Pickups. Positiv fallen hier die wertigen Domespeedknöpfe auf, die exzellenten Grip bieten.

Klingen die billigen Akkorde von Ranger Michi noch durchwegs okay, werden Ranger Pauls Twang-Bestrebungen jedoch durch die Elektrik ausgebremst und tönen etwas farblos durch’s Rangerhauptquartier mit der grünen Couch. Unter dem Einfluss von mehr und mehr Verzerrung werden wir zwar stetig zufriedener aber Distortion ebnet bereits konzeptionell all das ein, was wir clean gerne gehört hätten: Akzentuierte, differenzierte tonale Ansprache und vor allem Tele-Twang! Kriegen wir nicht hin, nicht mit diesen Pickups!

Leider gibt es weder attraktive Verarbeitung (obwohl die Gitarre schon gut aussieht!) noch klangliche Meisterstücke. Somit ist es wenig überraschend wie Eure Price Ranger über dieses qualitätszertifizierte Mängelexemplar geurteilt haben: Hinein mit ihr in unsere hungrige Tonne!

Solltet Ihr dennoch eine Jack & Danny TL erwerben wollen, checkt sie gründlich auf Verarbeitungsmängel und legt euch etwas Geld für andere Pickups auf die Seite – dann könnte auch aus dieser Gitarre noch etwas werden!

Jack & Danny TL Jack & Danny TL Jack & Danny TL

 

Harley Benton HB 35 Vintage Series (Gibson Kopie)

179,- Euro für die Harley Benton HB 35? Goldständer, na klar! Nein, so einfach machen wir es weder uns, Euch, noch den Kandidatinnen. Entscheidend bei den Price Rangers ist der Preis nämlich nur bei der Auswahl der Instrumente.
Wobei wir gerne zugeben, dass wir beim Unboxing der Gitarre schon erstmal leise „wow“ sagten. Eine Semi-Hollow, also eine Halbresonanzgitarre mit F-Löchern in der Decke, Sunburstlackierung auf Korpus Vorder- und Rückseite, Binding am Body und am Hals… das ist selbst für altgediente Price Ranger ’ne Menge Holz. Im wahrsten Sinne des Wortes! Ahornkorpus, Ahornhals, Pailsandergriffbrett – das Original von Gibson, die ES-335, verfügt hingegen über einen Mahagonihals. Für den Preis der Gibson bekommt man aber eine Wagenladung Harley Bentons: Gut acht Stück!

Uns reicht eine. Mit zwei Humbuckern. Diese werden über einen 3-way Toggle angesteuert und können durch separate Lautstärke- und Toneregelung so sanft ausbalanciert und zusammengemischt werden, wie es euch gefällt. Tremolo hat die Gitarre keins, ganz klassisch gibt es hier eine Tuneomatic-Bridge und ein Stoptailpiece auf der Decke.

An die Decke könnten die Price Ranger fast gehen, wenn der Blick auf Details der Verarbeitung fällt. Die Bünde wurden nicht poliert und der erst nicht fest in das Palisandergriffbrett eingeschlagen. Gleiches gilt für die Metallhülsen, die die Schraubend er Brückenkonstruktion auf dem Body halten. Was tun? Nacharbeiten. Und zwar mit Gummihammer, Metallpolitur und etwas Geschick. Die Intonation der Gitarre geht insgesamt in Ordnung, an der G Saite müsst Ihr jedoch noch einmal Hand anlegen. Das ist kein Weltuntergang, das erforderliche Werkzeug liegt neben Plektren, einem Sticker und einem Gitarrenkabel der Gitarre bei und ein Stimmgerät habt Ihr sicherlich im Haus.

Flugs mit unserem Blackstar HT5 Amp (affiliate) verkabelt, tönt die Harley Benton HB 35 auch schon los und öffnet mit einem selbstbewussten Schubs die Tür zur Welt der Halbresonanzgitarren. Und ein solches Modell darf ja grundsätzlich in keinem ordentlichen Gitarristenhaushalt fehlen. Vielseitig geht unsere Gitarre zu Werke – von clean bis lead ist alles drin und wir merken schnell: Nicht der Name auf der Kopfplatte macht den Sound, sondern die verbauten Komponenten – und von denen hört und sehr Ihr mehr im Clip!

Harley Benton HB 35 harley-benton-hb-35-neck harley-benton-hb-35-vintage

Vintage VS 6 SG (Gibson SG Kopie)

Oh Mann, allein Hersteller- und Modellbezeichnung Vintage VS 6 Cherry klingen nach chromgeschwängerten amerikanischen Straßenkreuzer! Optisch wartet das transparent-rot lackierte Schmuckstück für 239,- Euro auch mit allerlei Leckereien auf: Chromehardware soweit das Auge reicht, ein vierlagiges Schlagbrett und Wilkinson Deluxe Tunern im Kluson Style – das sind die mit den hübschen Tulpenflügeln. Ach, beinahe hätten Eure Price Rangers die tollen Griffbretteinlagen vergessen! Crown-Inlays wie beim großen Vorbild Gibson SG runden den Gesamteindruck ab. Auch technisch wurde hier nicht an Ausstattung gespart.

Der Sattel ist kein namenloser Kunststoffstreifen sondern hört auf den klangvollen Namen Nubone XB und stammt von der Firma GraphTech. Gefertigt ist dieser aus TUSQ, welchem jedenfalls mehr Höhenreichtum und besseres Sustain nachgesagt wird als Plastikprodukten unbekannter Herkunft. Sei’s drum! Stimmstabil erwies sich die Gitarre obschon die Einschlaghülse der Mechanik der tiefen E-Saite nicht vernünftig in die Kopfplatte geschlagen wurde. Auch beim Stoptailpiece und der Tuneomatic Bridge das gleiche Bild: Keine Zeit für Hämmern. Und Nageln hilft hier auch nicht weiter.

Ihr habt es gerade gelesen: Ganz klassisch verfügt die Vintage VS 6 über kein Tremolo und zwei Humbucker, die mittles 3-way Toggle ansteuerbar und über jeweils ein Volume und ein Tone Poti regelbar sind. Nicht nur die Wilkinson Humbucker sind für den kräftigen Ton der Gitarre verantwortlich, auch das verwendete Material trägt dazu bei: Mahagoni. Aus diesem Holz wurden Korpus und Hals gefertigt. Leider bestehen diese jeweils aus drei Teilen, das tut dem Schwingverhalten und der Stabilität der Konstruktion keinerlei Abbruch und senkt die Kosten im Einkauf der Zutaten zur Fertigung und damit auch für Euch!

Für wen ist denn nun so eine Vintage VS 6 die richtige Gitarre? Der Neuling darf sich neben der Optik auf gute Bespielbarkeit und saubere Einstellung von Saitenlage und Intonation freuen, sollte aber nicht schwach auf der Brust sein. Unsere Testgitarre brachte nämlich kapitale 4,4 kg auf die Waage! Zum Erwerb einer VS 6 ist seit unserem Test leider auch mehr Kapital erforderlich: 295,- Euro kostet die Vintage aktuell.

Streng genommen ist sie damit so richtig „out of price range“ – da sie uns aber viel Spaß gemacht hat, empfehlen wir sie weiter, unseren Straßenkreuzer auf dem highway to hell.

Vintage VS 6 Vintage VS 6 Vintage VS 6

Yamaha Pacifica 112 BL Stratocaster

Die Yamaha Pacifica 112 BL kommt ganz schlicht und schwarz aus dem Karton, der in Indonesien befüllt wurde. Zur Einstellung von Halskrümmung, Saitenlage und Intonation ist das notwendige Werkzeug im Lieferumfang enthalten – sonst aber auch nix! In unserer Price Rangers Preisklasse bis 250,- Euro Kaufpreis rang(i)ert die Yamaha mit 239,- Euro schon weit oben und lässt so wenig finanziellen Spielraum für die Anschaffung von weiterem Zubehör. Bei der Hardwareausstattung weicht die Gitarre vom Vorbild Fender Stratocaster ab. Lediglich das Vintage 6-point Tremolo und der 5-way switch sind identisch. Die Yamaha begnügt sich mit einem Volume und einem Toneregler und verfügt über drei Pickups: Einem Humbucker in der Bridge-, sowie jeweils einem Singlecoil in Middle- und Neckposition.

Fünf gute Freunde hat uns die schwarze Pacifica mitgebracht! Wir nennen sie einfach mal die Bande der authentischen Sounds. Stets durchsetzungsstark und klar funkt die Yamaha durch Blues, Rock und Metal und bleibt dem Motto treu, das sie mitgebracht hat:
Ich überzeuge durch meine inneren Werte! Sogar Ranger Paul zeigte sich hochemotional und sprach die seltenen Worte „ich bin zufrieden.“ Das heißt für euch, dass uns nicht nur die Töne überzeugten, sondern auch Saitenlage und Bespielbarkeit sowie die Intonation.

Selbst Ranger „Endkontrolle“ Michi hatte das seltene Glück, keinerlei Verarbeitungsmängel zu finden. Zugegeben, das hat ihn ein wenig enttäuscht aber Ehre wem Ehre gebührt! Das Tremolo funktioniert wie nicht anders zu erwarten war nicht 100%ig verstimmungsfrei – ein konstruktionsbedingter Effekt, der nicht als Mangel zu bezeichnen ist. Allerdings wurde lechts und rinks velwechsert, als es beim Bestücken dies Lieferkartons um den Tremoloarm ging: Eine Linkshänderversion wurde mitgeliefert.
Aber auch die verrichtete etwas unergonomisch problemlos ihren Dienst.

Fazit! Tremolobügel würden wir beim Musikhaus Thomann reklamieren, die Gitarre jedoch ganz klar behalten und in unseren Goldständer stellen. Sie ist nicht das schönste Mädchen im Publikum – aber von der Bühne aus könnt Ihr deren Herz sicher gewinnen!

Ich will auch eine Yamaha Pacifica (affiliate link)

Yamaha Pacifica Yamaha Pacifica Yamaha Pacifica

Harley Benton TE-80 NT Deluxe Series

Mit 4,3 kg ist die Harley Benton TE-80 NT Deluxe Series schon ein Schwergewicht. Diese Kopie der Fender Telecaster entstammt dem Musikhaus Thomann; Harley Benton ist hier eine der Hausmarken. Weder verleugnet die Gitarre optisch ihr großes amerikanisches Vorbild, noch lässt das funky Aussehen auf den niedrigen Anschaffungspreis von 189,- Euro schließen. Ein weiterer Vorfahre war sicherlich die Hohner HG 490, dem unsere TE-80 zum Verwechseln ähnlich sieht.

Ein Eschekorpus mit Walnussstreifen sowie einer aufgeleimten Decke aus Riegelahorn und ein Ahornhals mit einem aufgeleimten Ahorngriffbrett: Das sind die Zutaten aus dem Sägewerk. Dazu ein schwarzes Binding an Korpus Vorder- und Rückseite und ein auffälliges zweigeteiltes Tortoise-Schlagbrett, in dem die Pickups befestigt sind.
Zwei Telecaster-typische Singlecoils, einen 3-way switch und jeweils ein Volume und ein Tonepoti – so wird der klassische Sound elektrisch erzeugt und gesteuert.
Die Potiknöpfe sind aus Metall und geriffelt, so wertig sieht das gut aus und ist astrein bedienbar.

Toll finden die Price Rangers die six-saddle bridge, die es ermöglicht, die Intonation und Saitenlage für jede Gitarrensaite individuell einzustellen – kein Standardfeature an einer Telecaster-Kopie! Die Gitarre kam zwar ab Werk passabel eingestellt zu uns auf die grüne Couch, die Bünde auf dem Griffbrett waren jedoch nicht poliert. Überhaupt fanden wir den Ahornhals mit C-Shape eher schwer greifbar, was seiner Dicke geschuldet ist.
Die Tuner funktionierten bei unserem Test problemlos. Etwas besseres als einen Kunststoffsattel bekommt man in der Preisklasse leider eher selten, der montierte war jedoch gut bearbeitet und verursachte keine Probleme.

Tonal überzeugt unsere knackige Tele mit einer flotten Ansprache und fühlt sich im rhythmischen, durchsetzungsfähigen Spiel sofort Zuhause. Zwar klingen die Pickups mitunter spitz und generell höhenlastig, dies lässt sich jedoch mit dem Toneregler etwas entschärfen. Sensibel bedient macht er den Ton milder, grob zugedreht wird den Pickups und uns jedoch mulmig. Alternativ lässt man das Tonepoti offen und regelt die Ausgangslautstärke der Gitarre zurück. Dies hat auch den Vorteil, das sich im verzerrten Klangbereich der Zerrgrad über das Volumepoti regeln lässt. Nach Bässen muss man suchen, für ein richtig tiefes Fundament sind jedoch einspulige Tonabnehmer generell nicht zuständig.

Unterm Strich gibt’s hier mit kleinen Abzügen bei der Bundbearbeitung und der Saitenlage, sowie bei der Halsdicke (Geschmackssache!) einen klaren Goldständer von beiden Price Rangers. Auch wenn Ranger Michi kein Prince Fan ist.

Euch gefällt die Harley Benton TE-80 NT Deluxe und Ihr wollte eine eigene, dann klickt hier (affiliate link):

ttps://www.thomann.de/de/harley_benton_te80_nt_deluxe_series.htm?ref=search_prv_8?partner_id=87026

Harley Benton T 80 harley-benton-te-80 Hohner HG 490

 



Ibanez Talman TMB 100 4-String E-Bass

Ibanez Talman TMB 100 4-Saiter Bass

Nostalgische Moderne made in Indonesien
Optisch antik doch akustisch frisch kommt der Ibanez Talman Bass für 229,- Euro zu den Price Rangers auf die grüne Couch. Die Herzen der Vintage Fans werden bei diesem Anblick höher schlagen: Minzgrüner Lack auf dem Offset-Body und ein rotes Tortoise Pickguard. Dazu kommt ein gutes Pfund Chrom und eine hochglanzschwarze Kopfplatte mit Overlay, darauf der goldene Ibanez Schriftzug. Eigenständig aber doch gleich liebenswert gewohnt wirkt der Talman. Das mag an der Controlplate liegen, die von der Fender Telecaster entliehen scheint und gleich eine Buchse im Stratocaster-Style mitbringt. Ein hier eingestecktes Kabel lässt sich zur Zugentlastung aus idealem Winkel über den Gurtpin hinter den Bassist führen: Coole Idee von Ibanez! Die beiden Tonabnehmer sind zusammen eine Mixtur aus Fender Jazz- und Precision Bass – sozusagen das Beste aus beiden Welten. Auch die Elektrik ist nicht spartanisch! Ihr bekommt eine aktive 2-Band Klangregelung, die zusammen mit dem Lautstärkeregler und dem Blendregler zum Mischen der Tonabnehmer in zwei stacked potis ihren Platz findet.
Zur Stromversorgung wohnt im Korpus des Basses eine 9 Volt Batterie. Dumm nur, dass der Plastikdeckel von zwei Schrauben gehalten wird. Wer ihn nicht weg lässt, braucht zum Batteriewechsel auf jeden Fall Werkzeug.
Die gesamte Verarbeitung wirkt solide und hochwertig, die Chromteile wie Brücke und Mechaniken machen einen massiven und stabilen Eindruck auf uns. Um die 4,5 kg bringt der Talman auf die Waage; das Gewicht ist sicher auch dem Korpusholz geschuldet. Mit gut bespielbar abgerichteten Bünden und sauberer Oktavreinheit (trotz der schlichten Brückenkonstruktion) geht’s an den Soundcheck. Mit der oben erwähnten Elektrikausstattung lassen sich viele bekannte Klänge reproduzieren und vor allem stufenlos mischen. Zwischen Splitcoil und Hals habt Ihr genügend Platz zum Slappen. Das alles hört Ihr Euch aber am Besten direkt in unserem Clip an! Für weitere Auskünfte stehen wir Ranger Paul und Michi Euch jederzeit gerne zur Verfügung – viel Spaß!

Der Bass hat euch so gut gefallen, dass Ihr gleich Euren eigenen bestellen wollt?
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