Harley Benton HB JA-60 OW Wilkinson Pickups

Mit der Harley Benton JA-60 OW Wilkinson lässt das Musikhaus Thomann in leider nicht näher bezeichneten fernen Gestaden eine attraktive Kopie der Fender Jazzmaster fertigen. 129 Euro beträgt der Kaufpreis – und das ist wirklich eine Ansage
Selbst Fenders Hauskopist Squier nimmt derzeit 211 Euro für die günstigste Jazzmaster, die wir natürtlich direkt nach Neuerscheinung auf der NAMM 2017 gerangert haben (link).

Bereits optisch sammelt die Harley Benton JA 60-OW Wilkinson zahlreiche Pluspunkte: Tortoise-farbenes Pickguard, matching headstock (die Kopfplatte ist in Korpusfarbe lackiert), weißes Binding am Hals, Blockinlays auf dem Palisandergriffbrett und aufeinander abgestimmte cremeweiße Plastikteile (Potiknöpfe, Tonabnehmerkappen und Schalter).

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal den Preis erwähnen: 129 Euro!
Selbst für die Verhältnisse Eurer sparsamen Price Rangers ist das nicht viel; blinged out to the max würden wir sagen – aber wir können kein Englisch. Die Verarbeitung selbst ist tadellos, lediglich die Bünde könnten eine Politur vertragen sowie die Befestigungsbuchsen des Stoptailpieces (wir können kein Englisch) ein paar gezielte Schläge mit dem Gummihammer. Die wagen nämlich einen Blick über den Korpusrand und gucken aus selbigem heraus. Kein Weltuntergang.

Die Arbeitszeit wurde bei der Harley Benton JA-60 OW Wilkinson offenbar eher in Einstellarbeiten investiert – und das ist auch gut so! Perfekte Intonation und trotz des dicken Halses und der gar nicht mal so flachen Saitenlage eine  astreine Bespielbarkeit.

So, nun aber die Röhren unseres Blackstar HT 5 (link) vorgeglüht und auf geht’s mit der wilden Fahrt! Clean kommen die beiden Wilkinson JM-ADWH Alnico-5 Vintage-Style P90 (link) Soapbar Tonabnehmer eher warm und dunkel rüber und knacken nicht so wie die üblichen Singlecoils, die wir vor allem in den Gitarren unserer Preisklasse bis 250 Euro vorfinden.

Das macht nichts, vor allem dann nicht, wenn wir in die Zerrklasse wechseln. Oftmals schneiden uns armen Rangers billige Singlecoilsounds nämlich die Ohren dermaßen ab, dass selbst van Gogh neidisch würde – nicht so bei dieser Jazzmaster Kopie. Die kann nämlich auch Blues, Rock und Metal. Und das für Einhundertneuund… ok, wir sind schon still.

Diese Gitarre gibt es von unserem affiliate-Partner, dem Musikhaus thomann, übrigens auch in 3 colour sunburst.

By the way. Aber wir können nur billig, kein Englisch.

Harley Benton HB JA-60 Harley Benton HB JA-60 Harley Benton HB JA-60

Cort X-1 Junior Kinder E-Gitarre (for Kids)

„Awww wie süß, eine Kindergitarre“ – könnte man denken, wenn man die Cort X-1 Junior zum ersten Mal zu Gesicht bekommt.
„Wie niedlich, so ein kleiner Pappelkorpus und dann auch noch mattschwarz lackiert. Na, da will aber jemand auf richtig böse machen oder?“
Aber wie alle anderen Gitarren will auch die Cort X-1 Junior für 189 Euro nicht nur spielen. Die beißt! Zwei Humbucker, ein Ton- und ein Lautstärkeregler sowie ein Dreiwegschalter, mehr is‘ nich‘. Aber damit ist doch die Richtung schon ziemlich vorbestimmt: Klein aber oho! Der Dreikäsehoch sucht also keine Brillianzen im Cleanbetrieb, da sucht jemand Streit. Und genauso klingt die Cort X-1 Junior auch und sägt sich ihren Weg am liebsten durch dicke Distortionbretter. Ranger Michi mag das.
Dabei ist sie auch für kleine Hände geeignet, deren Finger noch nicht kräftig sind – selbst geübte Price Ranger wie Ranger Paul müssen hier allerdings aufpassen. Wenn man zu viel Druck auf die Saiten ausübt oder im Anschlag zu grob ist, zeigt sich die Cort X-1 Junior schnell verstimmt und intoniert ungenau. Die kleine Gitarre verlangt also Gefühl und das ist völlig in Ordnung. Beim Zusammenbau und der Verarbeitung hat Cort nämlich auch sensibel gearbeitet und wir haben diesmal nicht wirklich etwas auszusetzen. Lack, Bünde, Mechaniken, Elektrik, Brücke… alles top. Nur der Preis, der Preis, der bereitet uns schon etwas Bauchschmerzen, bekommt man doch hierfür auch anständige Fullsizegitarren. Aber genau da liegt ja nun der Hase im Pfeffer! Wenn Ihr eine knackige Gitarre für Euren Nachwuchs braucht oder eine wilde Reisebegleitung sucht, seid Ihr bei der Cort X-1 Junior nämlich genau richtig.
Eure Ranger hatten jedenfalls viel Freude an und mit dem kleinen Biest und waren fast ein bisschen traurig, als wir sie an den Entleiher zurückgeben mussten.

An dieser Stelle ein Hinweis: Wollt Ihr Eure eigenen Instrumente von uns gerangert haben? Kein Problem, schreibt uns eine mail an rangerpaul@pricerangers.com oder rangermichi@pricerangers.com und bewerbt Euch!
Bitte beachtet, dass das Instrument neu nur bis zu 250 Euro kosten darf und keine Modifikationen aufweisen darf.

Übrigens: Laut unseren Recherchen kann die Cort X-1 Junior neu momentan nur über amazon bezogen werden!

Cort X-1 Junior

Cort X-1 Junior

Cort X-1 Junior

Cort X-1 Junior

Squier Bullet Stratocaster Hardtail

Squier Bullet Stratocaster Hardtail – vier Worte klangen selten besser!

Aber vamos a la Squier! Die gibt’s in weiß, rot und im getesteten schwarz. Eure Price Rangers haben zusammengelegt, 129 Euro in die Hand genommen und sich für die Variante entschieden, die Fehler bei der Lackierung offenherzig zur Schau tragen muss. The black one.
Die guten Nachrichten diesmal gleich zu Anfang: Die Verarbeitung ist wirklich in Ordnung.
Die Lackierung lässt keine Rückschlüsse auf den Kaufpreis zu, die Bundbearbeitung bewahrt unsere kostbaren Rangerhände vor übermäßigem Verschleiß und sogar auf Kleinigkeiten wurde geachtet: Alle Pickguardschrauben sind gerade eingedreht. Wow!
Für Ranger Michi wäre an dieser Stelle die Reise fast beendet: Sieht gut aus, fühlt sich gut an, kostet nur ein Taschengeld, Goldständer!
Aber so leicht kommt die Squier Bullett Stratocaster nicht davon. Übrigens! Wir könnten sie auch „Startocaster“ nennen – sie ist die billigste der billigen Hauskopien der großen Schwester von Fender, die Einstiegsgitarre, der absolute Beginner. Merkt man aber fast nicht!
Ausgestattet mit 2 Singlecoils am Hals und mittig montiert sowie einem Humbucker an der Brücke kommt diese Stratocaster elektrisch nicht klassisch bestückt daher und auch die Ausstattung ohne Tremolo ist ungewöhnlich. Aber! Aber ein Tremolo macht nur froh, wenn es die Stimmung halten ko. Des war boarisch. Ois klar?
In unserer Preisklasse bis 250 Euro werden uns regelmäßig Tremolos untergejubelt, die uns nicht jubeln lassen: 6-point Systeme, die eine sanfte Hand und am besten einen gut mit Graphit (Bleistift!) geschmierten Sattel erfordern sonst geht mit der Stimmung der Gitarre auch die des Spielers verloren. Anyway! Vermissen wir nun das Tremolo bei der Squier Bullet Stratocaster Hardtail?
Nein, nicht wirklich. Ranger Paul vermisst jedoch dringend ein Tonepoti. An jeder Strat gibt es aber für gewöhnlich nur zwei – hier ist jedoch der Humbucker mit keinem der Beiden verbunden, so dass beide Spulen ungedämpft zu Werke gehen müssen. „Power is nothing without control“ – so wirbt Pirelli für seine Reifen. Aber mehr als eine Volumecontrol hat die Squier nicht anzubieten.
Ranger Michi kümmert das nicht. „Don’t stop for nothing it’s full speed or nothing“ rief schon James Hetfied in „Motorbreath“ und so fehlt ihm auch die Tonblende nicht.
In einem Punkt sind sich aber beide Ranger einig: guter Preis, gute Besserung, gute Gitarre, Goldständer!

Squier Bullet Stratocaster

Squier Bullet Stratocaster Squier Bullet Stratocaster

Ibanez GIO GRX 70QA TBB Stratocaster

Ibanez GIO GRX70QA TBB – foxtrot uniform charlie kilo ist das ein Zungenbrecher!

Euren Geldbeutel knackt diese Ibanez jedoch nicht – 179 Euro müsst Ihr anlegen, wenn Ihr diese volle Hütte Euer eigen nennen wollt. Volle Hütte? Na klar, gleich auf den ersten Blick springt den Price Rangers die Wölkchenahorndecke ins Auge! So etwas haben wir in den vielen Jahrzehnten des Testens in unserer Preisklasse bis 250 Euro jedenfalls noch nicht auf der Couch gehabt!
Der Korpus der Ibanez GIO GRX70QA TBB ist auch noch mit einer Burst-Lackierung auf der Vorderseite versehen, die außen mit einem dunkelblauen Rand die Ahorndecke einfasst. TBB bedeutet nämlich „transparent blue burst“. Darunter besteht der Body im Kern aus Pappel. Pappel? Ja ist das denn ein gutes Tonholz? Baut man Elektrogitarren denn nicht besser aus Mahagoni, Ahorn, Esche oder… sicherheitshalber fragen wir hierzu jemand, der sich mit sowas auskennt: Walter.
Alles klar? Dann weiter im Text!
5 Spulen wohnen auf unserem Textinstrument, 4 davon haben sich paarweise zu Humbuckern am Hals und an der Brücke verbündet, ein Singlecoil thront in der Mitte. Die Humbucker sind jeweils spiltbar, so dass die verbaute Tonabnehmerbestückung knackig-transparente Sounds sowie druckvolle Zerre oder warme sanfte Töne gleichermaßen ermöglicht.
Dazu gibt es einen 5-Weg-Wahlschalter, 2 Potis für Volume und den guten Tone und ein ergonomisches Tremolo, das sogar ziemlich verstimmungsarm arbeitet.
Gut, es ist etwas schwergängig jedoch dadurch wiederum sehr gut beherrschbar.
Ranger Paul stellt dies im Clip wie immer eindrucksvoll unter Beweis; genauso eindrucksvoll ist auch die Vielfalt an Klängen, die wir aus der Ibanez GIO GRX70QA TBB schütteln konnten. Dank sehr guter Bundbearbeitung, astreiner Einstellung ab Werk und somit auch infolge des angenehmen Halsprofils anstrengungsarmer Bespielbarkeit gerät die Reise durch die verschiedenen Stilwelten zum Vergnügungstrip.
Es ist nicht selbstverständlich, dass Eure Ranger Paul und Michi gemeinsam die Koffer packen, um ferne Gitarrengestade aufzusuchen – bei der Ibanez GIO GRX70QA TBB sind wir uns aber sofort einig.

„Absolut Goldständer!“ (Ranger Paul)

Ibanez GIO GRX

Ibanez GIO GRX

Ibanez GIO GRX

Epiphone SG Special

Für 159,- Euro kommt die klassisch rote Epiphone SG Special auf die grüne Couch der Price Rangers. Um dem Idol, der großen Schwester Gibson SG nahezukommen, hat sie sich auch mächtig ins Zeug gelegt! Das rote Kleid steht dem Mahagonikorpus ausgezeichnet und auch auf dem Ahornhals macht es eine gute Figur. Der Hals mit Palisandergriffbrett ist leider nicht geleimt sondern geschraubt – aber das spart eben Kosten in der Fertigung. Eine Gibson SG kostet derzeit neu übrigens um die 600,- Euro.

Auf den ersten Blick fällt uns auf, dass der Body aus einem Stück Holz zu bestehen scheint. Da dies in der Price-Klasse jedoch eine absolute (und die erste) Ausnahme wäre, belassen wir es beim „scheint“. Sieht aber trotzdem gut aus!
Auch bei der Elektrik ist dem Original  nachgeeifert worden: 2 Humbucker mit kryptischen Aufschriften trägt die Epiphone SG Special auf ihrem Korpus – jedenfalls sollen sie sicher großartig sein. Na dann, angesteckt, aufgedreht und reingehört!
Gleich von Anfang geht ordentlich die Post ab und man muss seinen Anschlag schon im Zaum halten oder am Volumepoti drehen, damit die Epiphone SG Special auch clean spielt. Ach ja, bei den Potis gibt es nur die halbe Miete: 1x Volume, 1x Töne, das muss reichen. Aber ein Killswitch, hier Killpot genannt, ist mit an Bord.

Beim Bespielen fällt die gute Bundbearbeitung und das angenehme Halsprofil auf – nicht zu dick, nicht zu dünn, nicht zu eckig, nicht zu rund. So soll es sein, so kann es bleiben! Rock und Metal kann unsere Epiphone SG Special ziemlich gut, leider ist jedoch der Killswitch ein Fiasko und killt fast nie. Jedenfalls dann nicht, wenn man möchte: Klarer Fall, defekt ab Werk, na servus! Auch die Mechaniken begeistern Ranger Paul und Michi nicht wirklich, da sie zwar schwergängig aber deswegen noch lange nicht präzise sind. Die Stimmung unserer vom Hersteller bereits fein intonierten Epiphone SG Special halten sie jedoch und damit auch unsere Laune oben. Die würde übrigens auch ein Saitenwechsel nicht trüben, denn Epiphone hat hier mit der Locktonebridge ein altes aber leidiges Problem gelöst. Welches genau erfahrt Ihr im Clip – natürlich ebenso wie das Testergebnis. It’s a long way to the top…

Wenn IhrI Interesse an der Epiphone SG Special in rot oder schwarz oder an anderen Musikalien habt, besucht einfach das Musikhaus thomann unter diesem link (affiliate)

Epiphone SG Special true love

Epiphone SG Special PickupsEpiphone SG Special Locktone Bridge

Höfner Shorty Travel Guitar / Reisegitarre

Gestatten, mein Name ist Shorty. Höfner Shorty. Trotz meiner Größe von 82 Zentimetern habe ich alles was es braucht, um zu rocken. Einen Humbucker am Steg (tune-o-matic Brücke und Stoptailpiece in einem), 1x Volume- und 1x Tonecontrol. Aber seit wann schreibt hier eigentlich das Testinstrument über sich selbst?

So wie die Price Rangers stammt auch die Höfner Shorty aus den 80er Jahren. Da war die Welt noch in Ordnung oder zumindest wussten wir ohne Internet jedenfalls nichts Gegenteiliges. Ich schweife ab! Die kleine Travelgitarre war damals jedenfalls „made in Germany“ und hatte einen Mahagonikorpus- und Hals. Heute, einige Jahrzehnte später kommt die Kleine aus China und muss mit Linde und Ahorn zurechtkommen. Immerhin das Palisandergriffbrett ist ihr geblieben. Leider stammt auch die Hardware nicht mehr von Schaller sondern hier wurde sowohl bei den Mechaniken als auch bei dem Saitenhalter auf Billiges zurückgegriffen, das sich in unserem Test nicht bewährt hat. So ist es nachzuvollziehen, dass die Höfner Shorty neu zwar bereits mit 149,- Euro zu Buche schlägt, gut erhaltene Gebrauchtexemplare von damals jedoch in viel höhere dreistellige Regionen vorstoßen.

Höfner hat es fertiggebracht, auf dem keinen Paddel ganze 24 Bünde unterzubringen und auch auch das Halsprofil fühlt sich gar nicht nach Reisegitarre sondern eher nach gewohntem Zuhause an. Bundbearbeitung und Saitenlage sind total in Ordnung, so dass das Spiel mit der der Höfner Shorty durchaus Freude machen kann. Könnte!

Ein Mangel stört besonders Ranger Michi massiv: Eine Einstellschraube am tune-o-matic-Teil der speziellen Brückenkonstruktion ist nicht fixierbar. Die Folge ist, dass die Intonation der H-Saite permanent aus dem Lot gerät und das Gerät dann krumm klingt.
Ranger Paul hingegen hat sich über beide Ohren in den bissigen Humbucker und die Bespielbarkeit der Kleinen verliebt. Und Recht hat er! Von Clean bis Metal macht die Höfner Shorty so ziemlich alles mit, was einem auf Reisen durch ferne Gestade so stilistisch begegnen könnte.

Unser Fazit? Wir wissen nicht so Recht weiter und brauchen Eure Hilfe – am besten direkt unter dem YouTube Clip in der Kommentarspalte!

P.S. Die Höfner Shorty gibt es neben rot auch in schwarz, weiß, blau und pink!
Pink. Das braucht Mut.

Wenn Ihr an der Kurzen oder an anderen Musikalien habt, besucht einfach das Musikhaus thomann unter diesem link (affiliate) Höfner Shorty Höfner Shorty Höfner Shorty Höfner Shorty

 

 

Harley Benton MS-60 CA LTD Edition 2016

Harley Benton MS-60. 129,- Euro. Braucht es mehr Argumente? Nein, natürlich nicht – aber 10 weniger sind auf jeden Fall nützlich. Seit unserem Besuch auf der grünen Couch ist diese Kopie der Fender Mustang noch billiger geworden. 119,- Euro für viel rotes Blingbling mit weißen Streifen. Bereits überzeugt? Okay, hier ist der affiliate link für beherztes Shoppen beim Musikhaus Thomann. Die Gitarre gibt’s alternativ auch in weiß und blau.
Gratis dazu bekommt ihr nicht nur das erforderliche Werkzeug zum Einstellen der Halskrümmung, sondern auch einen coolen Sticker („in case of fire rescue my guitars“) und Plektren, die ihr aus einer Visitenkarte herausdrücken könnt. Soso!
Verbaut wurde hier ein Lindenkorpus nebst Ahornhals und Palisandergriffbrett, dazu eine solide tune-o-matic Brücke nebst stoptail piece, dome speed Potiknöpfen und sogar einem Perloid Schlagbrett. Die Elektrik ist wie beim Original und auch so verschaltet:
Die beiden Singlecoil-Tonabnehmer teilen sich eine Tonblende und den Lautstärkeregler, jedoch verfügt jeder pickup über einen eigenen on/off switch.
On/off switch? Ist das nicht eine ziemlich doofe Idee, hätte man das nicht einfach über einen 3-way toggle oder Klingenschalter lösen können? Na klar! Aber zum einen wäre die Harley Benton MS-60 dann nicht mehr eine authentische Kopie des Originals und zum anderen wäre es wohl schlichtweg zu praktisch. Wir möchten nichts verschweigen: Und hat diese Schaltertechnik einfach genervt und im Spielbetrieb sogar immer wieder verwirrt. Selbstverständlich zweifeln wir folgerichtig weder an unserer Intelligenz noch an unserer Merkfähigkeit sondern haben schnell die Schuldige ausgemacht: Die kurze war’s!
Kurz? Jawoll! Mit einer Mensur von nur 610 mm ist der bespielbare Bereich des Halses kleinflächiger als bei den meisten anderen Gitarren. Das bedeutet zwar, dass man für tricky bullshit Akkorde die Finger geringer spreizen muss, bringt jedoch den Haken mit, dass sich beim Solo-Gefiedel deutlich zeigt, wer präzise trifft und wer nicht.
Da der Hals der Harley Benton MS-60 zudem noch ganz schön dick profiliert ist und man auch noch mit dem Fingerdruck sensibel sein muss, um keine schiefen Töne zu forcieren, stellt die Gitarre schon recht hohe Ansprüche an den Spieler. Leider wächst man aber nicht mit diesen Herausforderungen sondern fühlt sich ausgebremst und gehemmt.
Apropos schiefe Töne: Trotz zeitaufwendiger Korrektur der Intonation konnte diese nicht perfekt eingestellt werden, da der Einstellbereich der Saitenreiter an der tune-o-matic Brücke nicht ausreichend war. Hier geht also etwas so gar nicht mit rechten Dingen zu; ggf. müsste sogar am Sattel nachgearbeitet werden.
Ob wir nun den sound der singlecoils als quäkend oder nur farblos empfanden kann dahingestellt bleiben. Hört selbst.
Billig sein wäre ja schon mal ein guter Anfang gewesen, willig sein gehört jedoch auch dazu. So spricht im Ergebnis Ranger Paul gegen Ende des Videos einen bedeutungsschwangeren Satz, der unseren Eindruck von der Harley Benton MS-60 gut zusammenfasst und auf den Punkt bringt. Kleiner Tipp: Das Wort „Charme“ kommt darin vor.

Harley Benton MS-60 Harley Benton MS-60 Harley Benton MS-60

 

Cort G 110 BK Stratocaster Kopie

 

„Ach, schon wieder eine schnöde Stratocaster Kopie“ könnte man meinen, wenn der erste Blick auf die Cort G 110 BK für 179,- Euro fällt. Aber weit gefehlt! Denn erstens ist der Kaufpreis seit dem Price Rangers Test leider auf 195,- Euro gestiegen und zweites haben wir hier nicht nur einfach eine Kopie einer Fender Stratocaster in schwarz auf der grünen Couch.
Der zweite Blick sollte nämlich über den Lindenkorpus oder besser gesagt dessen Shaping gleiten. Hier fällt dem Kenner (und Ihr seid doch Kenner!) sofort auf, dass es eben kein Stratocaster-Body ist, der sich an Euren wohlgeformten Körper schmiegt. Die klassische Form wurde sanft aber effektiv modifiziert und wirkt vertraut und frisch gleichermaßen. Hier wurde nicht versucht, sich so nah wie möglich ans Original zu tasten, sondern durchaus Eigenständiges geschaffen. Gleiches gilt für die Kopfplatte des Ahornhalses, die eine optisch gefällige Form aufweist. Wer schwarz nicht mag… hat Pech gehabt. Nein, in 2-Tone Sunburst wäre diese Gitarre ebenfalls erhältlich.
Für Ranger Michi wäre an dieser Stelle fast schon Schluss – der Preis passt super, die Optik auch und klanglich werden wir uns schon einig; Zerrer drüber, alles gut.
Aber Ranger Paul hat auch ein entscheidendes Wörtchen mitzureden und überprüft die Cort G 110 BK auf Herz und Nieren – pardon: Auf Singlecoils und Humbucker.

Von erstgenannten gibt es zwei Stück in der Mitten- und Halsposition, der doppelspulige Tonabnehmer befindet sich an der Brücke und sollte ordentlich Druck machen. Angewählt werden die Tonabnehmer in verschiedenen Kombinationen (Brücke, Brücke+Mitte, Mitte+Hals, Hals) via 5-weg Schalter, zusätzlich gibt’s einen Mastervolumeregler und 2 Tonblenden). Für leichtes Schimmern der Töne sorgt ein Vintage 6-point Tremolo – konstruktionsbedingt sollte man von Divebombs eher Abstand nehmen, um unsere Cort G 110 BK nicht übermäßig zu verstimmen.

Klanglich müsst Ihr nun in unser Video hineinhören, um Euch einen eigenen Eindruck verschaffen zu können. Wir finden jedoch, dass die Cort G 110 BK sowohl im Clean- als auch im Crunchbereich 5 eigenständige Sounds abliefert, die sich durchaus dem großen Vorbild von Fender annähern. Auffällig ist hierbei ein Lautstärkeunterschied bei Wahl des Humbuckers, der vielleicht mittels der Einstellschrauben etwas tiefergelegt werden sollte. Hat man schon mal das Werkzeug zur Hand, dürfen gerne auch die Mechaniken fixiert werden und die Intonation sauber eingestellt. Beides ist ab Werk leider nicht der Fall.

Zeit kostet Geld. Am Geld wurde angesichts des Kaufpreises offenbar gut gespart, etwas Zeit zur Mängelkorrektur müsst Ihr nun selbst investieren. Zum Glück sind das aber nur wenige und zudem leichte Handgriffe. Wichtig ist, dass z.B. der Body sauber lackiert ist und die Bundbearbeitung am Palisandergriffbrett total in Ordnung geht – hier wäre ein Nacharbeiten nur schwer und mit Spezialwerkzeug möglich.

Ergebnis? Was ist aus Ständer und golden? Na klar, der Goldständer!

 

Jetzt will ich aber auch eine G 110! (Affiliatelink)

Cort G 110 Cort G 110 Cort G 110

Jack & Danny TL Thinline (Telecaster Kopie)

 

In dieser Folge testen die Price Rangers für Euch eine Jack & Danny TL Thinline für 149,- Euro. Hierbei handelt es sich um eine Kopie einer Fender Telecaster der musicstore Hausmarke, die seit unserem Test leider 10,- Euro teurer geworden ist.

Erlenbody, angeschraubter einteiliger (!) Ahornhals mit V-Profil (mehr dazu im Clip) und aufgeleimtes Palisandergriffbrett – aus diesen Holzkomponenten wurde die Gitarre in China gefertigt, bevor sie in Butterscotch Blonde lackiert wurde. Der Begriff bezeichnet übrigens eine Süßware, die im wesentlichen aus braunem Zucker und Butter besteht. Nun gut!
Jedenfalls fand diese sechssaitige Süßigkeit also ihren Weg über Köln zu uns auf die grüne Couch. Klassisch ausgestattet kommt die Jack & Danny TL Thinline mit zwei Alnico TL Singelcoil-Tonabnehmern des Wegs, zwischen welchen man sich mittels 3-Weg-Schalter entscheiden kann. Wozu dann die dritte Schaltposition fragt Ihr Euch? Na klar, man kann die beiden auch kombinieren! Geregelt werden die Pickups über Volume- und Tonepotis. Jeder nur einmal? Jawoll, hier wird geteilt.
Bei der Brückenkonstruktion ist  – leider – auch alles ganz traditionell gefertigt. So teilen sich im sog. Ashtray jeweils zwei Saiten einen Saitenraiter (man spricht auch von „Doppelsaitenreitern“).
Der Nachteil hierbeit ist, dass sich die Intonation, also die Oktavreinheit der Gitarre nur paarweise einstellen lässt. Präzision sieht also anders aus – aber hören wir mal rein!
Clean klingt das Ganze schon durchaus hübsch, auch wenn der Bridgepickup hier bereits etwas schrill zu Werke geht und sich fast eine Drosselung durch die Toneblende wünscht.
Ziemlich authentisch lässt sich die Jack & Danny TL Thinline Twang-Klänge entlocken.
Mit etwas Verzerrung jedoch hört man schnell die nicht präzise justierte und auch nicht ganz exakt einstellbare Intonation: Hin und wieder klingt diese Telecaster Kopie einfach schief. Weiterhin sind leider alle Mechaniken locker, so dass gerade Ranger Paul fast so verstimmt war wie die immer wieder krumme H-Saite. So ein Mangel lässt sich zwar kinderleicht beheben (Schrauben festziehen), lästig ist er dennoch.

Mit einem Übermaß Verzerrung kann die Jack & Danny TL Thinline nicht besonders gut umgehen (einfach selbst nachhören): Aus Metal wird eher Distortionbrei als Breitseite.
Abhilfe könnte hier ein Equalizerpedal (z.B. ein Behringer EQ 700, Boss GE-7, (affiliate)) zur Korrektur von Einzelfrequenzen schaffen.
Der Thinline-Effekt beschränkt sich übrigens auf eine raffinierte Optik und eine Gewichtsreduktion: Von den resonanten Eigenschaften einer Semi-Hollow-Konstruktion konnten Eure Ranger akustisch sehr wenig wahrnehmen.

Fazit? Die Jack & Danny TL Thinline bringt ja schon ein paar Mängel mit… reicht das noch für einen Goldständer oder wird sie kaltblütig eingetonnt? Clip anschauen, rausfinden!

Jack & Danny TL Thinline

Jack & Danny TL Thinline

Jack & Danny TL Thinline

Jack & Danny TL Thinline

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Squier Affinity Stratocaster SSS by Fender

Eine Squier Affinity Stratocaster in Slick Silver mit S-S-S Tonabnehmerbestückung!
Also lispeln dürfen eure Price Ranger hier auf keinen Fall – selbst für Jimi Hendrix wäre diese Gitarre ein Zungenbrecher!
Für läppische 189 Euro bekamt Ihr zum Testzeitpunkt von Squier einen silbern umhüllten Erlenbody mitsamt per Schraubverbindung befestigtem Ahornhals nebst Palisandergriffbrett. Crafted in China. Mittlerweile müsst Ihr schon 212 Euro auf den Tisch legen, um euch die Gitarristenzukunft versilbern zu lassen.

Elektrisch kommt diese Squier Stratocaster ganz klassisch bestückt zu uns auf die grüne Couch: Drei einspulige Tonabnehmer, die per 5-way Schalter kombinierbar sind. Dazu servieren wir nach Art des Hauses Fender zwei Tonecontrols und einen Lautstärkeregler. Einzeln müsst Ihr die Saiten selber benden, für alle sechs auf einen Streich könnt Ihr das Vintage 6-point Tremolo benutzen.
Ganz verstimmungsfrei arbeitet diese Art Vibrato (Link: Wikipedia) konstruktionsbedingt nicht, für einen silbernen Schimmer zu den Tönen ist es aber allemal gut genug.

Gut genug ist Euren Price Rangers natürlich zu wenig. Wer in den Goldständer will, muss sich ins Zeug legen. Unsere Squier Affinity Stratocaster tut das! Mit fünf klassisch-unterschiedlichen Sounds schmiegt sie sich schon nahe an die vom Original gesetzte Messlatte. Zudem sind die Tonabnehmer schön ausbalanciert, so dass zwischen den Schalterstellungen keine erheblichen Lautstärkeunterschiede auftreten. Einzig am Bridgepickup haben wir zu bemängeln, dass er wenig Druck von unten mitbringt und sowohl clean als auch crunchy gespielt arg höhenlastig loslegt.
Ach so! Metal kann die Squier Affinity Stratocaster zu Ranger Michis Leidwesen nicht – dafür hat Ranger Paul nix an der Saitenlage zu beanstanden. Und so was lässt nur ein sehr gütiger Zufall zu.
Die Verarbeitung ist von einer nahezu unsichtbaren Lackmacke am Halsfuß tadellos und somit lautet unser einstimmiges Prüfergebnis… ach, schaut’s Euch einfach an.

Ich will auch eine Squier Affinity Stratocaster (affiliate) mein eigen nennen:

In Silber
In Orange
In Rot

Squier Affinity Stratocaster Squier Affinity Stratocaster